Salus Protect S.A.

vom 29. April 2010

ein Versprechen, das nie gehalten werden konnte

Ehrenberg lautet der Name des Mannes, der als Gründer und Geschäftsführer hinter den Emittenten Salus Protect S.A. und Integro Capital Partners Ltd. steht. Die Staatsanwaltschaft Görlitz ermittelt gegen den Mann inzwischen. Im Raum steht der Verdacht des Betruges an etlichen Anlegern. Ehrenberg wird vorgeworfen, mittels der Gesellschaften eingeworbene Gelder nie investiert zu haben.

Verwundern kann das nicht, schaut man sich die Kapitalanlage Salus Protect S.A. einmal genauer an: Garantiert wird ein monatlicher Nettoertrag zwischen 0,8 und 1,1 Prozent – also eine jährliche Rendite von rund 12%. Eine Kündigungsmöglichkeit ist bei 2 Anlageformen der Produktpalette bereits nach Ablauf von 12 Monaten möglich. Versprochen und garantiert wurde also eine 12-prozentige Rendite bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Erwirtschaftet werden sollte das Geld durch die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere. Dass dies nicht funktionieren konnte, musste jedem Anlageberater aus verschiedenen Gründen sofort klar sein:

– die gewöhnliche Laufzeit festverzinslicher Wertpapiere beträgt zwischen 2 und 10 Jahren. Bei einer Anlagedauer von 12 Monaten konnten also gar keine lohnenswerten festverzinslichen Wertpapiere erworben werden.
– Die durchschnittliche Rendite festverzinslicher Wertpapiere beträgt 2,5 bis maximal 5 Prozent. Wie also sollte eine Rendite von 12% hiermit erreicht werden?
– Die Erwartung einer Rendite von 12% ist schlechthin unerreichbar.

Konstruiert wurde hier ein Anlagemodell, das in keiner Weise jemals hätte funktionieren können. Jedem Fachmann musste dies auf den ersten Blick auffallen. Selbstverständlich bekommen Anleger nun die versprochenen Zinsen nicht ausbezahlt. Ihr Geld bekommen sie auch nicht zurück gezahlt. Wie so oft sitzt auch hier der Anleger auf dem entstandenen Schaden.

Rechtsanwalt Röhlke rät Anlegern der Salus Protect: „Die geprellten Anleger müssen jetzt schnell handeln. Eventuell sind noch Gelder bei Salus Protect oder deren Hintermännern vorhanden. Anderenfalls haften die Anlageberater. Denn es handelt sich hier möglicherweise um ein ungenehmigtes, verbotenes Einlagengeschäft. Die Berater mussten darüber hinaus wissen, dass eine solche Kapitalanlage keinerlei Aussicht auf Erfolg haben konnte.“

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Über RA Christian Röhlke

Röhlke Rechtsanwälte haben ihre Kernkompetenz im Bereich des Kapitalanlagenrechts und der angrenzenden Gebiete des Zivilrechts, insbesondere im Handels- und Gesellschaftsrecht. Kapitalanlagenrecht Hauptsächlich werden Anleger im Bereich unrentabler stille Beteiligungen oder steuerbegünstigter Immobilienfonds betreut. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Kleinverdienern, denen vermietete Eigentumswohnungen zur Altersvorsorge als "Immobilienrente" schmackhaft gemacht wurden. Handelsrecht Ein wesentlicher Tätigkeitsschwerpunkt ist auch das Recht der Handelsvertreter, die Regelungen über Provisionen, Buchauszüge, Wettbewerbsverbote etc.